Das Restaurieren von Designklassikern aus dem legendären Stilbereich Mid-Century Modern ist wohl eines der interessantesten Themen und Aufgaben für unsere Raumausstatter und Polsterer. In den Jahren den vielseitigen Jahrzehnten des mittleren 20. Jahrhunderts wurde die Geschichte der Architektur, Inneneinrichtung und Kunst von großartigen Designern mit ihren Möbelentwürfen stark geprägt.

Mit der klassischen Moderne Anfang der 20er Jahre setzten sich neue Techniken und Werkstoffe durch, und Möbel wurden immer mehr in Fabriken, statt in Werkstätten hergestellt. In Deutschland, Skandinavien und in den USA erfanden Architekten und Designer, wie Arne Jacobsen, Charles und Ray Eames, Egon Eiermann und Verner Panton einen neuen Wohnstil.
Zeitlose Klassiker von den 30er Jahren bis hinzu den 90er Jahren werden immer noch hoch geschätzt und haben bis heute nicht an ihrem eigenen Charme verloren.

Polstermöbelstücke sind mit ihren Originalstoffen über diese lange Zeit natürlich abgenutzt und benötigen für ihre ausstrahlende Aura eine Restauration. Dies kann ganz vielseitige Aspekte des Möbelstücks betreffen. Sei es die Polsterung, der Bezugstoff, das Gestell, Details der gesamten Oberfläche oder das komplette Polstermöbel. Je nach Zustand dieser Faktoren und Ihren persönlichen Wünschen restaurieren wir gewissenhaft und behutsam Ihr Polsterstück. Sie können sich frei entscheiden, ob Sie sich einen Bezug aus einem gut erhaltenen Originalstoff wünschen, oder ob ein neuer und perfekt für den entsprechenden Stil gewählter Bezugstoff für Sie in Frage kommt.

Möbelstücke können mit ihrem individuellen Stil ganz unterschiedlichen Charakteren entsprechen. Jedes einzelne hat seine eigene Geschichte.
Der Bauhausstil – Symbolik für das Vereinen von Kunst und Handwerk, prägt bis heute mit seinen Vertretern, wie Walter Gropius, modernistische Strömungen hinsichtlich des gesamten Designs der Inneneinrichtung.

Der Barcelona-Sessel von dem deutsch-amerikanischen Architekten Ludwig Mies van der Rohe wurde ursprünglich 1929 bei der Eröffnung für den deutschen Pavillon der Weltausstellung als Sitzgelegenheit für das spanische Königspaar entworfen.
Der unverzichtbare, klassische Ledersessel mit Quadrat-Heftung ist weiterhin in der heutigen Inneneinrichtung beliebt. Die deutsche Möbelfirma Thonet produzierte die bekannten Stahlrohrmöbel der 20er und 30er Jahre von Mies van der Rohe sowie Marcel Breuer. Heute zählen Thonet-Möbel zu den wichtigsten Designsammlungen der Welt. Le Corbusier schuf kantige und geometrische Sessel- und Sofagarnituren der Serie LC2.
Charles Rennie Mackintosh gilt als Vorläufer des Jugendstils und drückte sich in seinen Werken äußerst geometrisch aus. Hohe Rückenlehnen mit einem beabsichtig kuriosen Design sind zu Ikonen geworden.

Charles und Ray Eames lieferten Werke, wie den Lounge Chair und La Chaise. Der Lounge-Sessel und die dazugehörige Ottomane aus den 50er Jahren haben eine grundsätzlich gleiche Konstruktion. Schichtholzschalen auf einem drehbaren Stahlfuß bilden mit einer Sitzfläche und Armauflage aus Lederpolstern ein weiteres zeitloses Design.
Die abstrakt geschwungene Sitzschale La Chaise gilt als äußerst künstlerisches und bizarr angehauchtes Stilelement und wird seit 1991 von dem Schweizer Möbelhersteller Vitra zusammen mit weiteren Möbeln von dem Designerpaar produziert.
Auch der Egg Chair und der Sessel The Swan sind berühmte Sitzmöbel, die in den 50ern von Arne Jacobsen ins Leben gerufen wurden. Er ließ sich mit seinen Entwürfen von dem Stil des Funktionalismus leiten. Der Möbelhersteller Fritz Hansen aus Dänemark wurde unter anderem durch die Designs von ihm bekannt.

Das Marshmallow-Sofa von George Nelson besteht aus einem schichten Stahlgestell mit dreidimensionalen, runden, aneinander gereihten Polstern. Das Möbelstück ging mit seiner extravaganten Form als einer der besondersten Entwürfe in die Designgeschichte ein.

In den 50er und 60er Jahren lieferten Designer wie Achille Castiglioni Entwürfe für die italienische Firma für Möbeldesign Zanotta. Weitere Polstermöbel mit außergewöhnlichen Formen sind beispielsweise der Elda-Sessel von Joe Colombo. Seine speziell gewölbte Polsterung sticht ebenfalls aus der Menge von Möbeln heraus.

Zu den künstlerischen Meisterwerken von Eero Saarinen gehört zum Beispiel der Womb Chair sowie der legendäre, einbeinige Tulpenstuhl aus den 50ern. Dieser Designklassiker wurde in verschiedenen Ausführungen kreiert und war bis in die 60er und 70er einer der poppigsten und typischen Einrichtungselemente. Das rundliche Gestell war meist weiß lackiert und wurde mit angepassten Sitzkissen in kontrastreichen, warmen Farben kombiniert. Diese Modelle mit ihren runden Formen und damals futuristischen Charakter spiegelten das Lebensgefühl von revolutionären Designs wieder. Auch der Panton Chair von Verner Panton gilt als klassisches Stilelement der Pop Art und dieser unverwechselbaren Ära.

Der berühmte Ball Chair mit seiner Halbkugel als Sitzfläche auf einem Beingestell und inneren Polsterung von dem finnischen Möbeldesigner Eero Aarnio ist mit seinem Design spektakulär.
Mit ihm folgten der ähnliche Bubble Chair und der Pastell Chair. Besonders bekannt wurde Aarnio durch seine Entwürfe für Plastik- und Fiberglasstühle. Seine Werke zählen zu den prägnantesten Stilelementen der 60er Jahre und erinnern dazu bis heute an den Retro-Chic der damaligen Science-Fiction-Filme.

Zum Ende des Jahrzehnts der 60er und Anfang der 70er, in der Zeit des Aufbruchs, traten durch Gaetano Pesce weiterhin Klassiker ein, wie der rundliche, breite La Mamma-Sessel.
Auch die fabelhaften Designs von Pierre Paulin, wie der Ribbon-, Orange Slice- und Tongue Chair sowie der Fauteuil 560-Sessel mit ausgefallenen Formen sind beachtenswerte Werke in der Geschichte des Möbeldesigns.

In den 80er und 90er Jahren wurden hauptsächlich Materialien, wie Stahl, Glas und Leder verarbeitet. Glanz und Klarheit bestimmten den durchgehenden Look. Designer, wie Ron Arads und Marcel Wanders entwarfen moderne Möbel, manche ohne Polsterung, dafür aber auffällig in ihrem Materialien und Formen. Der Knotted Chair ist beispielsweise eine geknotete, mit einem besonderen Harz ausgehärtete Konstruktion aus Aramidfasern. Andere Möbel, wie der Big Easy-Sessel von Arads wurden so hergestellt, dass sie mit einer inneren Struktur aus Stahl beinahe nur aus Schaumstoff bestehen. In den 90ern erfand man außerdem das Sitzmöbel mit dem Namen Getsuen, das mit seiner Optik an eine Blüte erinnert und auf Fußrollen zu bewegen war.